© Friedrichskirche auf dem Weberplatz, Foto: PMSG/ André Stiebitz

Eine Reise durch die Filmgeschichte bei „Klassik am Weberplatz“

Veröffentlicht am 10. September 2018 | Sophie Jäger

Zum Glück blieb der Regen aus! So konnten wir uns an diesem Samstagabend Anfang Juni ganz der Filmmusik hingeben. Zum zehnjährigen Jubiläum des Festivals unter dem Titel „Babelsberg in Concert“ spielten das Deutsche Filmorchester Babelsberg und das Sinfonieorchester Collegium Musicum Potsdam gemeinsam Filmmusik aus Babelsberg. Natürlich in Babelsberg, dem Ort der Filmgeschichte – wo sonst?
Etwa 2000 Gäste kamen der Einladung nach und versammelten sich auf dem stimmungsvoll beleuchteten Weberplatz. Zwei Orchester, das heißt: doppelte Besetzung, und somit auch zwei Harfen. Ein seltener Anblick.

Zwei Orchester, doppelte Leidenschaft

Das Filmorchester feiert in diesem Jahr 100. Geburtstag und zugleich seine Neugründung vor 25 Jahren. Es ist ein fester Bestandteil der Klassikszene in Potsdam und überrascht immer wieder durch seine Vielfalt, seine Experimentierfreude und Offenheit gegenüber anderen Künstlern. Aber auch das Sinfonieorchesters Collegium Musicum ist eine wahre Instanz.
Künstlerischer Leiter des Orchesters ist seit 1998 der gebürtige Potsdamer Knut Andreas. Zu Beginn seiner Tätigkeit war er gerade einmal 19 Jahre alt. Seine musikalische Ausbildung begann er an der Städtischen Musikschule Potsdam „Johann Sebastian Bach“. Heute ist er Musikwissenschaftler und Dirigent. Er rief das Open-Air-Festival „Klassik am Weberplatz“ ins Leben, das seitdem jährlich viele Musik begeisterte Zuhörer unter freiem Himmel versammelt. Das Sinfonieorchester Collegium Musicum Potsdam wurde bereits kurz nach Kriegsende 1945 gegründet. Mit mehr als 75 Laien- und Profimusikern gilt es heute als ältestes Orchester der Landeshauptstadt Potsdam.

Filmmusik, die unter die Haut geht

Filmmusik begleitet Handlungen, belebt Szenen und bringt uns Gefühle näher. Man kann sich ihr nicht entziehen. „Babelsberg in Concert“ umfasste Filmmusik aus allen Epochen der Babelsberger Filmproduktion. Dazu gehören die Ären der Ufa, der Defa und die heutige Zeit. Durch die Filmgeschichte moderierte der Journalist und Kino-Experte Knut Elstermann, bekannt als Filmjournalist und Moderator bei radioeins. Das

Programm startet beschwingt mit Hits aus den 1930ern wie „Ein Freund, ein guter Freund“, von Werner Richard Heymann für „Die Drei von der Tankstelle“ geschrieben und Friedrich Hollaenders Liedern aus dem „Blauen Engel“ mit Marlene Dietrich. Nicht fehlen durften natürlich auch Songs aus „Die Legende von Paul und Paula“. Sehr bewegt hat mich auch die Interpretation von „Solo-Sunny“ von Günther Fischer. Der Jazz-Saxophonist schrieb 1980 die Musik zu dem Defa-Kultfilm von Konrad Wolf. Auf dem Weberplatz nun das Saxophonsolo zu hören, ging mir unter die Haut. Es folgte Musik des DDR-Westerns „Spur des Falken“ von Karl-Ernst Sasse. Auch Titel aus aktuelleren Filmproduktionen wie „Enemy at the Gates“, „Operation Walküre“, des Historien-Thrillers „Anonymus“ und der Heldenklamotte „Monuments Men“ wurden aufgeführt.

Dass Filmmusik mitzieht, noch dazu in so toller Kulisse, ist an der Begeisterung des Publikums am Ende des Abends zu spüren. Minutenlanger Applaus. Was für ein wundervoller, kurzweiliger Musik-Abend! Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

Die Veranstaltung “Klassik am Weberplatz” fand am 2.6.2018 statt. Unser Veranstaltungskalender gibt einen Überblick aller anstehenden Veranstaltungen in der Stadt. Ob Konzert, Stadtführung oder Ausstellung – hier erfahren Sie, was los ist!