© Sanssouci, Foto: Roman Soike

Potsdamer Gesichter und ihre Lieblingsorte

Veröffentlicht am 20. März 2018 | Claudia Kumke

Für unseren Reiseplaner 2018 haben wir Potsdamer gefragt, was sie an Potsdam lieben und wo ihre Lieblingsorte sind, bzw. wie sich für sie das Potsdam-Gefühl anfühlt. Aber lest selbst!

„Potsdam und wir? Das ist wie eine Liebe.“

Familie Andres lebt und arbeitet in der Russischen Kolonie Alexandrowka. Seit der Sanierung des Hauses im Jahr 1999 öffnet das Musiker-Ehepaar seinen Hof immer wieder auch für die Öffentlichkeit.

„10 Jahre haben wir in die Sanierung des Hauses investiert. Wir wussten damals, worauf wir uns da einlassen und im Laufe der Jahre sind auch die Ansprüche an uns selbst gewachsen. Wir versuchen das, was hier mal gelebt wurde, weiterzuleben, aber eben in unserer Zeit. Mit dem Bewusstsein für den Wert unseres Heims ist auch die Idee gereift, daraus ein kleines Museum zu gestalten und es hin und wieder für Publikum zu öffnen.

Wenn wir nicht gerade im Garten werkeln, verbringen wir unsere Zeit gern auf dem Wasser beim Paddeln. Außerdem haben wir erst voriges Jahr den Babelsberger Park für uns entdeckt.

Als Geheimtipp für Potsdam-Besucher würden wir die Gedenkstätte Lindenstraße formulieren. Eine wichtige Einrichtung, die man von der Straße aus so nicht vermutet.

Unser Potsdam-Gefühl? Bei uns schmeckt Potsdam nach Obst. Und danach gleich nach Wasser. Potsdam und wir? Das ist wie eine Liebe: Man muss Kompromisse schließen, aber man kann eben nicht ohne einander.“

 

„Ich liebe meine Stadt. Sie ist vielfältig und weltoffen.“

Hans Behrendt (26), geboren in Potsdam, ist Fachangestellter für Bäderbetriebe. Im Bad am Brauhausberg hat er schwimmen gelernt. Im Sommer arbeitet er dort, wo andere Urlaub machen: im Waldbad Templin.

„Die Havel im Blick, Sand unter den Füßen, frische Luft … Ich kann mich über meinen Arbeitsplatz wirklich nicht beklagen. Doch mit Entspannung hat mein Job trotzdem nicht viel zu tun. Immerhin haben wir als Fachangestellte für Bäderbetriebe eine große Verantwortung. Doch die trage ich gern. Vor allem aber mag ich den Kontakt zu den Gästen, die ins Waldbad Templin kommen, um sich zu entspannen – sei es beim Schwimmen oder beim Nickerchen am Strand.

Als Potsdamer liebe ich meine Stadt. Sie ist vielfältig und weltoffen. Zum Entspannen gehe ich auf die Freundschaftsinsel. Ansonsten kicke ich mit Freunden gern auf einen der zahlreichen Fußballplätzen oder lasse den Tag in einer gemütlichen Bar ausklingen, zum Beispiel in der Bar Gelb oder im Bar-O-Meter.

Potsdam-Besuchern empfehle ich an schönen Tagen ein entspanntes Dinner hoch oben über den Dächern der Stadt im Restaurant „Loft“ direkt an der Flaniermeile Potsdams, der Brandenburger Straße.“

 

„Mein Potsdam-Gefühl ist ein wonniges und wohl behütetes.“

Clemens Löhr alias Alexander Cöster ist Schauspieler bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Die erfolgreiche Daily-Soap wird in Potsdam-Babelsberg gedreht. Für seine Arbeit zog er mit seiner Familie vom Meer in die Mark. Den Entschluss hat er bis heute nicht bereut. 

„100 Jahre UFA und 25 Jahre GZSZ! Es ist ein tolles Gefühl, wenn man sich bewusst macht, wer im Studio Babelsberg schon alles gewirkt hat. Wenn man dann sieht, wie Claire Danes beim Dreh von „Homeland“ auf unseren Studiostraßen Fahrradfahren übt, das hat schon was.

Als meine Arbeit bei “Gute Zeiten Schlechte Zeiten” losging, hatte ich zunächst eine kleine Wohnung in Berlin und bin immer in die Holsteinische Schweiz gependelt, wo meine Familie lebte. Nach drei Jahren war’s genug. Wir beschlossen die Familienzusammenführung! Berlin oder Potsdam? Ein spätsommerlicher Spaziergang durch Potsdams Innenstadt und der Entschluss standfest. Wir lieben unsere neue Heimat. Unser Potsdam-Gefühl ist ein warmes Gefühl, ein wonniges und wohl behütetes. Ich empfehle, die Stadt mit dem Fahrrad oder vom Wasser aus zu erkunden – ein Boot mieten und über den Templiner und den Schwielowsee bis Werder schippern. Herrlich!”

 

„Hier vermischt sich preußische Ernsthaftigkeit mit italienischer Leichtigkeit.“

Franziska Knuppe ist in Rostock geboren und in Potsdam aufgewachsen. Entdeckt wurde das Model von Modemacher Wolfgang Joop im Café Heider. Heute lebt Sie mit ihrer Familie in der Brandenburgischen Landeshauptstadt.

„Ich mag meine Heimat! Potsdam ist der ideale Rückzugsort. Die Stadt ist übersichtlich, hat aber dennoch einen internationalen Touch. Ich liebe die Nähe zu Berlin und zum Flughafen. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten zum „Runterkommen“. Am liebsten verbringe ich meine Freizeit auf dem Wasser. Von hier lässt sich die Stadt wunderbar entdecken, sei es mit dem Ausflugsdampfer, dem Paddelboot oder einem Floß.

Mein Lieblingsort ist eigentlich kein Geheimtipp, aber im Restaurant „Il Teatro“ in der Schiffbauergasse gibt’s leckeres Essen und man genießt einen tollen Blick über den Tiefen See hinüber zum Babelsberger Park. Und wer Interesse an ausgefallener Kosmetik hat, dem empfehle ich einen Besuch im „Badezimmer“ in der Gutenbergstraße – dort findet man schöne Sachen, die man nicht an jeder Straßenecke bekommt.

Für mich ist Potsdam jung, modern und kreativ. Hier vermischt sich preußische Ersthaftigkeit mit italienischer Leichtigkeit.“

 

„Berlin ist für mich das Abenteuer!“

Luisa Beck schreibt den Kreativ-Blog „luloveshandmade“ und findet ihre Inspiration in ihrer Wahlheimat Berlin. Zum „Auftanken“ fährt sie gern nach Potsdam, wo sie viele Jahre gelebt und studiert hat. 

„Wenn ich abends am Urbanhafen in Kreuzberg entlang spaziere, Straßenmusik lausche und dazu ein Eis von Fräulein Frost genieße, dann bin ich in Berlin. Der Blick auf den Fernsehturm rundet das ultimative Hauptstadt-Gefühl ab.

Für einen bunten Blick auf Berlin empfehle ich Besuchern mit Architekturfaible einen Abstecher zur Highdeck-Siedlung in der Köllnischen Heide. Die riesengroßen, farbenfrohen Garagentore geben tolle Fotomotive ab. Zum Abendessen sollte man unbedingt in Clärchens Ballhaus einkehren, den traditionsreichen Biergarten mit Tanzlokal in Mitte.

Wie sich Potsdam und Berlin ergänzen? Berlin ist für mich das Abenteuer und die wilde Nacht, Potsdam ist der Ruhepol und die grüne Oase. Die Kombination aus beiden ist einfach perfekt und mit der Bahn sind die Städte nur einen Katzensprung voneinander entfernt.“

 

„Das Umland, die Seen und Potsdam bilden ein harmonisches Gesamtarrangement.“

Christine Berger begann 1993 mit der Herstellung und dem Verkauf von Sanddorn-Produkten und schrieb damit Erfolgsgeschichte. Heute leitet Sie zusammen mit Ihrer Tochter Dorothee das Unternehmen und bietet über 70 verschiedenen Sanddorn-Produkten an.

„1998 hat meine Mutter, Christine Berger, das Gelände einer ehemaligen Gärtnerei in Petzow gekauft, um ihren Traum eines Sanddorn-Gartens zu verwirklichen. Die Verbindung zu Potsdam und Berlin war ein klarer Standortvorteil. Ganz nach dem Motto „Sehen, Riechen, Schmecken“ machen wir seitdem Sanddorn erlebbar. Unser Unternehmen befindet sich im wunderschönen Petzow, das mit seiner Lage am Schwielowsee und dem restaurierten Schloss unbedingt eine Reise wert ist.

Natürlich bin ich auch immer wieder gern in Potsdam. Zum Beispiel auf der Freundschaftsinsel, die durch den Landtag und das Barberini so wundervoll ergänzt wurde. Potsdam mit seinem mondänen Flair und den wundervollen historischen Bauten ist eine lebens- und liebenswerte Stadt. Das Umland bettet sie in ein Ensemble von Seen, Wäldern und Wiesen und macht das gesamte Arrangement so harmonisch.“

 

„Wenn ich Potsdam als Gefühl beschreiben sollte, denke ich vor allem an Freude und Glück.“

Jann Jakobs, 64, ist seit 2002 Oberbürgermeister von Potsdam. Mit seiner Frau und seinen Kindern zog er kurz nach Amtsantritt in die russische Kolonie Alexandrowka. Seit 2017 wohnt er in seinem Eigenheim am Jungfernsee in unmittelbarer Nachbarschaft des Plattner-Campus.

„Ich wohne in Potsdam, weil die Stadt eine gelungene Mischung aus Wohn- und Lebensort ist. Eine Stadt am Wasser mit viel Grün, hoher Lebensqualität und einer großen Portion Familienfreundlichkeit. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten beim Fahrradfahren entlang der Potsdamer Seen wie zum Beispiel am Jungfernsee, in den Parks und Gärten sowie auf der Freundschaftsinsel oder im Karl-Liebknecht-Stadion. Potsdam-Besuchern empfehle ich einen Streifzug durch den Förster-Garten in Bornim, der immer noch ein Kleinod in der Stadt ist.

Wenn ich Potsdam als Gefühl beschreiben sollte, denke ich vor allem an Freude und Glück. Denn die Stadt hat eine enorme Entwicklung genommen, von der im Jahr 2.000 eigentlich niemand geahnt hat. Wer Potsdam aus dieser Zeit noch kennt und heute hierher kommt, der kann nur staunen und sich freuen.“