© Stadt für eine Nacht, Foto: PMSG André Stiebitz

Eintauchen in die Stadt für eine Nacht

Veröffentlicht am 7. Juni 2018 | Sophie Jäger

„Licht an!“ heißt das Motto der diesjährigen STADT FÜR EINE NACHT in der Schiffbauergasse. Am 30. Juni lädt das Kunst- und Kulturquartier am Tiefen See bereits zum neunten Mal zu seiner 24-Stunden-Fete.

Eine Stadt auf Zeit

Für die Stadt auf Zeit, die auf dem großen Platz zwischen OpenAir-Bühne und Waschhaus gebaut wird, ziehen die unterschiedlichsten „Bewohner“, die 24 Stunden lang ihre Gedanken und Vorstellungen zum diesjährigen Motto vorstellen und die Besucher daran teilhaben lassen – mal verspielt, mal experimentell, in der Begegnung oder einfach zum Staunen. Dem Thema nähern sich die Vereine, Institutionen und Kunstschaffenden auf ganz unterschiedliche Weise. Es wird um das Sparen von Licht gehen, die Entwicklung von günstigen und nachhaltigen Lichtquellen, Licht in Kunst, Kultur, Wissenschaft und Architektur, aber auch um die poetische und mystische Bedeutung von Licht. Neben der Zeltstadt öffnen auch alle Häuser auf dem Areal ihre Pforten und zeigen, was sie zu bieten haben. Und das ist einiges!

 

Innovativ, vielfältig und beeindruckend

Die Veranstaltung bekommt durch die wechselnden thematischen Schwerpunkte eine immer wieder neue Facette. Im vergangenen Jahr beeindruckte mich vor allem eine Performance im Schirrhof. Schon von weitem hörte ich auf dem Weg Richtung T-Werk Kuhglocken läuten. Neugierig näherte ich mich der Menschtraube und wurde überrascht. Direkt auf mich zu kam eine Herde von Maschinentieren. Die Künstlergruppe Foolpool hatte aus gebrauchten Fahrrädern Maschinentiere geschaffen, die von Hirten über das Gelände getrieben wurden. Mal blieb eines stehen und musste von den Hirten in die richtige Richtung gedreht werden, mal hielten die Hirten inne und unterhielten sich in ihrer wohl eigenen Hirtensprache miteinander oder mit dem staunenden Publikum. Dieser Auftakt beeindruckte mich sehr. Aber es kamen weitere Programmpunkte hinzu, an die ich gern zurückdenke. Die Aktionen vom DrumClub und die verschiedenen Gesangs- und Tanzdarbietungen waren so vielfältig und spannend, dass ich bis weit nach Mitternacht blieb. Ich freue mich schon auf die diesjährigen Verwandlung des Kulturareals.

Geballte Kultur

Aber nicht nur zu STADT FÜR EINE NACHT ist das Quartier unbedingt einen Besuch wert. Auch sonst kann man an diesem Ort Musik, Theater und Tanz in Hülle und Fülle erleben, auf dem John Barnett oder im Il Teatro vortrefflich speisen oder einfach am Wasser die Seele baumeln lassen.