© Villa Kleist, Foto: wikicommons Clemenz Franz

Zu Besuch in der Kleist-Villa

Veröffentlicht am 16. Juli 2018 | Nadine Redlich

Während die nähere Umgebung gespannt auf den Anpfiff des ersten WM-Spiels Russland gegen Saudi Arabien wartet, wird in der Kleist-Villa in der Berliner Straße 130 unter dem Thema „Kapital und Gerechtigkeit“ diskutiert – moderiert durch Gesine Steudele vom Global Climate Forum. Über die heutige Wirkungsweise der marxistischen Grundsätze zum Kapital und Gerechtigkeit spricht sie mit Armin Haas, Risikoexperte vom IASS – Institute for Advanced Sustainability Studies, Jonas Lüscher, Romanautor und Jürgen Neffe, Autor einer Marx Biographie.

Die Kleist-Villa in Potsdam – Tresor mit Yoga-Energie

Das Literaturfestival LIT:potsdam ging 2018 bereits in die fünfte Runde. Wieder gab es unter dem Slogan “Starke Worte. Schöne Orte” zahlreiche Veranstaltungen an besonderen Orten in der Stadt. So auch in der sonst unzugänglichen Kleist-Villa, die das Forschungsinstitut IASS beheimatet.

IASS Potsdam - Die Fassade aus Glas findet man in der Helmholtz-Straße. Sie wirkt wie ein Spiegel für das gegenüber liegende Gebäude.

Die Fassade aus Glas in der Helmholtz-Straße spiegelt die Fassade der gegenüber liegenden Villa.

Die Villa von Kleist in der Berliner Straße ist nicht, wie man auf Grund der Veranstaltung denken könnte, nach dem Dramatiker und Erzähler Heinrich von Kleist benannt, sondern nach dem Bankier und Kammerherrn Baron Ewald Karl Heinrich von Kleist, der diese Villa 1910 erwarb. Nach dem zweiten Weltkrieg betrieb die Staatsbank der DDR das Gebäude und tauschte hier die Deutsche Mark in Ostmark um. Zu diesem Zweck wurde in das Gebäude ein über drei Stockwerke hoher Tresor mit drei Meter dicken Wänden eingebaut. Heute wird der alte Tresor statt mit „bewegtem Geld“ spirituell mit positiver Energie gefüttert. Denn in dem Tresorraum finden nun Yoga-Kurse für die Mitarbeiter des Instituts statt.

Rege Unterhaltung zum Kapital

Vorallem aber wird die Kleist-Villa heute vom IASS (Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung) genutzt und lädt dazu ein, sein Humankapital mit anderen zu teilen. In diesem Sinne entwickelte sich auch die Veranstaltung: Nach einschlägiger Diskussion kam es zu spannenden Wortbeiträgen aus dem Publikum. Die Podiumsdisskussion wurde zur Debatte und fand einen entspannten Ausklang in „vino varitas“ – einem gemeinsamen Umtrunk.