© Granatapfelblüten im Sizialianischen Garten, Foto: SPSG/PMSG André Stiebitz

Auf den Spuren des Granatapfels in Potsdam

Veröffentlicht am 23. Januar 2019 | Nadine Redlich

Eine Reise griechische Sagenwelt – das Urteil des Paris

Zur Vermählung des König Peleus mit der Meeresnymphe Thetis waren alle Götter und Göttinnen des Olymp geladen – nur nicht Eris, die Göttin der Zwietracht. Aus Rache wirft sie einen vergoldeten Apfel mit der Aufschrift „Der Schönsten“ in die Hochzeitsgesellschaft. Wie um einen Brautstrauß, fangen die Gottinnen Hera, Athene und Aphrodite an, sich um den Apfel zu zanken. Wem gebührt dieser Apfel? Und was ist so besonders an diesem Apfel? (Erste Hinweise lassen sich bei einem Ausstellungsbesuch Götter des Olymp, Museum Barberini und der dazu gehörigen Führung Granatapfel, Pfeil und Lyra: Die olympischen Götter und Ihre Symbole erahnen.)

Der gekrönte Apfel – die Superfrucht

Das Innere eines Granatapfels

Der Granatapfel ist eine Frucht mit vielen Überaschungen

Ein vergoldeter Apfel, da fallen mir gleich die königlichen Insignien ein. Der Reichsapfel als Symbol der Welt, gehalten in einer Hand. Wenn man an einen royalen Apfel denkt, kommt einem ein Apfel in den Sinn, der eine Krone trägt. Der Granatapfel bringt sein eigenes Krönchen mit. Die sechs Zacken, die sich am Ende der Frucht aus der Blüte bilden, krönen den roten Apfel.
Der Granatapfel gilt als einer der ältesten Obstbäume. Er wird seit der Antike angebaut. Symbolisch steht die Frucht für Reichtum und Fruchtbarkeit. Heute wie damals gilt er als Heilmittel und wird auf Grund seiner Mineralstoffe und Vitamine als Superfrucht in den Olymp der Speisen erhoben. Im Lateinischen heißt der Granatapfel „Malum Granatum“ – ein Apfel, der so viele Körner wie ein ganzer Kornspeicher in sich trägt.

Auf der Spuren der royalen Frucht in Potsdam

Wenn ich mich in Potsdam auf die Suche nach Äpfeln begebe, denke ich zuerst an die Russische Kolonie Alexandrowka. Der Ort ist, ist wie der Name schon verrät, im Stil alter russischer Holzhäuser gebaut und erinnert an die wunderschönen russischen Wintermärchen wie Väterchen Frost.
In den Gärten befinden sich viele Apfelbäume der alten Sorten. Doch den Granatapfel finden wir hier nicht. Der Granatapfel, der zu den Weidrichgewächsen gehört, ist weniger mit unserem Apfel verwandt, als man annehmen würde.
Der Weg führt weiter, zum Schloss Sanssouci.

Voltaire und die Kerne des Granatapfel

Im Schloss Sanssouci gibt es das „Voltairezimmer“. Es ist nicht sicher, ob der Philosoph Voltaire hier wohnte, als er Friedrich den Großen besuchte, was aber neben dem berühmten Namensgeber besonders im Gedächtnis beliebt, sind die aufwendigen Blumenverzierungen. Auf der fantasievoll bemalten Tapete des Voltaire-Zimmers von 1752 befindet sich neben vielen floralen Elementen auch die royale Frucht. Aber nicht nur in einer Tapetenmalerei, sondern auch in Natura ist die Pflanze in der Parklandschaft zu bewundern.

Granatapfelbäume im Sizilianischen Garten

Im Sommer weilen Granatapfelbäumchen im Sizilianischen Garten, seitlich der Rampen an dem Meeresnymphen-Brunnen. Hier kann man ihre prächtigen, hellrot leuchtenden Blüten bewundern. Im Herbst beginnen sich die Blüten in kleine, runde Früchte zu verwandeln.
Die Pflanzen sind 80 Jahre alt und wurden im Rahmen der Olympischen Spiele angeschafft. Sie gehören zu Sorte Punica granatum. Zur Sammelleidenschaft der Hofgesellschaften gehörten exotische Pflanzen jeglicher Art. Die Anschaffung und Pflege war mit vielen Kosten und Aufwendungen verbunden. Einige der Exemplare lassen sich z.B. bei der Führung Exoten im Winterschlaf – Führung durch die Orangerie von Sanssouci bewundern, denn den Winter verbringen die Bäumchen in den geheizten Pflanzenhallen des Orangerieschlosses.

Granatäpfel im Sizialianischen

Die Granatapfelbäume im Sizialianischen Garten tragen kleine, gekrönte Früchte

Potsdam teilt den Granatapfel mit Ihnen – Potsdams exotische Winterbox

Das Öffnen eines Granatapfels ist eine Kunst für sich. Dabei beginnt man immer zuerst damit, das Krönchen vom Apfel zu trennen, indem man die Frucht an der Krone kegelartig einschneidet. Dann ritzt man vorsichtig die lederne Schale ein, immer von oben nach unten. So kann man die Schale dann lösen und die Kerne befreien.
Die knackigen, roten Kerne versprühen ihren Saft bei leichtem Druck und entfalten einen fruchtigen, süßen, herben Geschmack, der überraschend facettenreich ist.

Überraschende Programmkerne stecken auch in Potsdams exotischer Winterbox. Sie lädt zum Schmaus ein:
Der Granatapfel ist dabei immer ein Teil des Programms, ob Ohrenschmaus, Gaumenschmaus, Augenschmaus, Familienschmaus oder Sinnesschmaus.
Haben Sie den Granatapfel auch schätzen gelernt? In unseren Tourist Informationen finden Sie wunderbare Granatapfel-Produkte aus eigener, regionaler Herstellung.

Und wie ging der Streit um den Apfel aus?

Das Urteil wird in die Hände eines Sterblichen gelegt. Der Jüngling Paris muss entscheiden, wem der Apfel gebührt. Jede Göttin versuchte ihn mit einem Angebot zu überzeugen. Hera bot ihm die Weltherrschaft an. Athene versprach ihm Weisheit. Aphrodite lockte ihn, mit der Liebe der schönsten Frau der Welt (Helena).
Die Wahl von Paris fiel auf Aphrodite. Sie erhielt den vergoldeten Apfel. Ob dieser Apfel die Form eines Granatapfels hatte? Es bleibt der Fantasie überlassen. Viel Liebe steckt auf jeden Fall in Potsdams exotischer Winterbox.