© Potsdamer Schlössernacht, SPSG, PMSG André Stiebitz

Schlössernacht in Potsdam – “Aus Staunen gemacht, zum Genießen gedacht!”

Veröffentlicht am 20. August 2018 | Nadine Redlich

Ich war im Vorfeld gespannt. Zwar bin ich eine regelmäßige Schlössernachtsgängerin, aber bisher war ich als Gästeführerin immer Teil des Programms und habe den Blick auf die Besucher gehabt. Nun wollte ich flanieren und das Programm aus Besucherperspektive erleben.

Kleiner & feiner zu fairem Eintrittspreis

Mehrere große Neuerungen waren mir schon bekannt: Kein Vorabendkonzert mehr, dafür eine Schlössernacht an zwei Tagen. Dazu eine Verkleinerung des Veranstaltungsareals. Hierdurch entfiel das Entlanghasten der Hauptalle, um die 1,8 km bis zum Neuen Palais zu schaffen. Kein Abschlussfeuerwerk mehr, stattdessen waren barocke Lichterinszenierungen am Orangerieschloss angekündigt. Um die Schlössernacht auch für uns Potsdamer wieder interessanter zu machen, sollte es freitags und samstags Lesungen berühmter Schauspieler geben. Freitags „Gentlemans Night mit z. B. Ulrich Noethen, Max Moor, Benno Führmann, samstags die „Ladies Night“ mit Martina Gedeck, Katharina Thalbach und Katja Riemann. Und, das Wichtigste, der Eintrittspreis fiel auf 39,00 Euro.

Das war nun die Ausgangslage, bevor ich am Freitag in den Park Sanssouci eintrat. Vorneweg: zu einer Lesung habe ich es nicht geschafft, aber einen großen Strauss von Erlebnissen mitgenommen.

Zur Schlössernacht im Rausch der Momente

Der Abend startete mit einem kurzen Besuch am Grab Friedrichs. Um den Todestag Friedrichs am 17. August findet die Schlössernacht traditionell statt. Die Grabplatte war noch mit einem Lorbeerkranz geschmückt. Traditionen werden hochgehalten.

Natürlich wollte ich mir die Führung der Kollegen nicht entgehen lassen. Hofkoch Ferdinand Andrea Tamanti plauderte vergnüglich und mit Berliner Kodderschnauze über königlichen Vorlieben an der Tafel. So weiß ich nun, dass wir heute a la Russe speisen, d. h. alle Gänge nacheinander. Friedrich dagegen speiste noch a la Francaise, wo wir gleich alle 36 Gerichte des Tages auf einmal auf den Tisch kommen.

Von hier ging es zum Chinesischen Haus über dem die Mondsichel schon leuchtete. Das Theater Feuervogel erwartete uns mit fantastischen Kostümen und einer spektakulären Show. Ganz leise dagegen war das Teatro So unterhalb des Orangerieschlosses. Pantomimisch und auf Stelzen erzählten die beiden Schauspieler die Liebe eines älteren Paares. Wir ließen uns verzaubern und wären beinahe selber mit einbezogen worden in das interaktive Geschehen.

Im Anschluss mussten wir uns nur umdrehen, um die spektakuläre Lasershow am Orangerieschloss zu verfolgen. Aufgrund der diesjährigen Trockenheit war das barocke Feuerspektakel leider zu gefährlich, jedoch beeindruckte die zeitgenössische Variante genauso.

Marquis d’Escargot vor dem Schloss Sanssouci

Lichter mit einmaliger Wirkung und Streetfood an besonderen Orten

Auf den Wegen sorgten Lichtinstallationen und Musik für kurzweilige Momente. Die wunderbare Glühwurmlichtinstallation war aber dann doch strategisch ungünstig direkt neben den Dixieklos platziert. Das könnte man im nächsten Jahr vielleicht ändern.

Jung und Frisch wirkt das gastronomische Konzept mit Foodtrucks an Orten im Park, an denen man normalerweise kein Essen bekommt. Wir haben am Standbild Friedrichs unterhalb des Orangerieschlosses koreanisches Streetfood probiert.

Den Moment genießen auf der Schlössernacht

Ich habe wie die zahlreichen Besucher am Freitag gestaunt, genossen und es sehr entspannt auf mich wirken lassen. Wie es bei so einem reichen Programm gar nicht anders möglich, habe ich nicht alles gesehen. Ich habe bewusst den Moment genossen und mich treiben lassen. Ganz im Sinn barocker Fülle.

Die Reduzierung des Eintrittspreises auf 39,00 Euro hat dem Ereignis gut getan. Es war eine Schlössernacht, zu der viele Familien kamen. Dazu trug sicherlich der familienfreundliche Gratiseintritt für Kinder unter 14 Jahren bei. Ich würde wiederkommen als Besucherin, aber im nächsten Jahr möchte ich doch auch gerne wieder Teil des großartigen Unterhaltungsprogramms sein.

Der Termin für das nächste Jahr steht auch schon, es ist der 16. und der 17. August 2019.

Transe Express auf der Schlössernacht in Potsdam