© Belvedere auf dem Pfingstberg, Foto: SPSG/LHP/Reinhardt&Sommer

Von Italien inspiriert – Spaziergang entlang Potsdams italienischer Seite

Veröffentlicht am 15. März 2019 | Nadine Redlich

“Italien in Potsdam” ist Thema des Jahres 2019. Aufwendig gestaltete Bauwerke in italienischem Stil sind fester Bestandteil Potsdams Architektur. Die Italiensehnsucht packte vor allem König Friedrich Wilhelm IV. und berühmte Architekten brachten ihre Italienliebe nach Potsdam und errichteten eindrucksvolle und detailreiche Bauwerke.

Belvedere auf dem Pfingstberg

 

Das Belvedere auf dem Pfingstberg in Herbststimmung

Das Belvedere auf dem Pfingstberg in Herbststimmung

Das Belvedere Pfingstberg ist ein italienischer Traum im Norden Potsdams und mit der Tram 92 oder 96 einfach zu erreichen. Am Fuße des Pfingstberges kann man mit etwas Glück bereits die Türme des Ensembles durch die Baumkronen entdecken.

 

1847 gab Friedrich Wilhelm IV. den Bau des Belvederes Pfingstberg in Auftrag, das später ein Aussichtsschloss mit Blick auf die Garnisonstadt Potsdam werden sollte. Der Pfingstberg ist damals wie heute ein toller Aussichtspunkt. Inspiriert durch die in die emporragenden Türme der Villa Medici in Rom sollte das Belvedere ein imposantes Bauwerk mit Wasserspielen werden. Aufgrund der politisch angespannten Zeiten während der Revolution wurde das Belvedere Pfingstberg nie komplett fertiggestellt. Ab 1861 wurde der Ort für Teestunden der Königsfamilie genutzt.

 

Krongut Bornstedt

 

Krongut Bornstedt

Unweit und in fußläufiger Nähe des Schloss Sanssouci befindet sich idyllisch gelegen am Bornstedter See das italienische “Dörfchen” und KrongutBornstedt. Nach einem Brand 1846 ließ König Friedrich Wilhelm IV. seine Liebe zu Italien visualisieren und schufein Gut. Mit der Umgestaltung des Dörfchens ließ Friedrich Wilhelm IV. unter anderem die Dorfkirche Bornstedt mit einem italienisch inspirierten Säulengang und einer 34 Meter hohen Campanile errichten. 1881/82 wurde der Bau vollendet und beeindruckt noch heute in seiner vollkommenen Pracht.

 

Orangerieschloss

Verlässt man das Krongut, ist der nächste ort schon aus der Ferne sichtbar. Zwei Türme krönen das wohl imposantesten Bauwerk, die Italiensehnsucht Friedrich Wilhelms IV. inspierierte. Das Orangerieschloss befindet sich im Park Sanssouci und bildet das größte Schlossgebäude im Park. In der Bauzeit zwischen 1851 und 1864 lieferte der König selbst Entwürfe um das Ensemble nach seinen Wünschen entstehen zu lassen. Die großen Pflanzenhallen, Terrassen, Brunnen aber auch die kunstvoll abgebildeten Plastiken vermitteln ein Gefühl von Italien, wie kaum ein anderer Ort nördlich von Mailand.

 

Friedenskirche

 

Die Friedenskirche im Park Sanssouci,

Die Friedenskirche im Park Sanssouci

Bei einem Spaziergang durch den Park Sanssouci sollte man unbedingt in den Marlygarten abschweifen. An dessen Ende gelangt man zur Friedenskirche. Inmitten grüner Idylle und umgeben vom Friedensteich blitzt das Kreuz auf dem Kirchturm hervor. Die im Jahre 1848 von Friedrich Wilhelm IV. gegründete Kirche erinnert an ein italienisches Kloster.

 

St. Peter und Paul Kirche

 

Kirche St. Peter und Paul am BassinplatzMi

Hat man den Park Sanssouci in Richtung Luisenplatz und am Fuße der Einkaufsstraße Brandenburger Straße verlassen, erkennt man in der Ferne den spitz zulaufenden Turm der katholischen St. Peter und Paul Kirche. In dem fast 60 Meter hohen Glockenturm steckt italienischer Charme. Er ist der Campanile von San Zeno in Verona nachempfunden, die im Mittelalter entstand. Die St. Peter und Paul Kirche gibt es nahe dem Bassinplatz jedoch erst seit 1870. Sie entstand nach Plänen von August Stüler.