© Jedermann in der Nikolaikirche, Foto: PMSG Nadine Redlich

“Jedermann” in Potsdam – Ein Rückblick

Veröffentlicht am 12. Juli 2019 | Nadine Redlich

Mit Dienstende mache ich sehr gerne einen Rundgang über dem Alten Markt. Beim Anblick der Nikolaikirche denke ich an die Generalprobe vom Theaterstück „Jedermann“ von Hugo von Hofmannstahl zurück. Ein unvergessliches Erlebnis war es, dieses Stück im Herbst letzten Jahres in der Nikolaikirche zu sehen. Alle acht Vorstellungen des “Jedermann” in Potsdam waren ausverkauft. Eine spannende, kurzweilige Inszenierung, tolle Schauspieler und ein unvergessliches Theatererlebnis erwartete die über 4600 Theaterbesucher*innen.
So wurde der Startschuss für ein jedes Jahr wiederkehrendes Theaterspektakel in der Stadt Potsdam in der St. Nikolaikirche gelegt.

Ein Tipp: Hier gibt es schon die Tickets für die Vorstellungen in diesem Jahr.

Darum geht es im Stück “Jedermann”

Der „Jedermann“ gilt als eines der am häufigsten aufgeführten deutschen Theaterstücke. Es handelt von einem wohlhabenden „Jedermann“, dem der Tod erscheint und ihn mit seinem bisherigen Leben konfrontiert.
Es berührt die Menschen und gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit findet der Zuschauer hier einen Moment, um sich wieder auf die wesentlichen Dinge im Leben zu besinnen.

“Jedermann” in Potsdam

Seit 1920 wird das Stück jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. In Potsdam wurde “Jedermann” im Herbst 2018 erstmalig aufgeführt. Das Theaterstück soll ein fester Bestandteil im Kulturkalender der Stadt werden. Das besondere Ambiente dafür bietet die Nikolaikirche, die für die Aufführung mithilfe von Videomapping zu einer Kulisse wurde, die Gänsehaut erzeugte.

Lichtspektakel Potsdam Nikolaikirche

Nikolaikirche im Licht

Nicht nur die Kulisse, auch das Ensemble war beeindruckend: Dorit Gäbler, Larissa Marolt,  Max Schautzer, Falk-Willy Wild, Timothy Peach, Nicolai Tegeler, Frank Kirschgens, Wolfgang Bahro, Herbert Köfer und weitere begeisterten mit ihrer schauspielerischen Leistung.
Ihre Stimmen, ihr Spiel rissen die Zuschauer ins Geschehen und verdeutlichten mehr und mehr, wie aktuell der Stoff des Jedermann auch heute ist. Jeder spürte die Angst der Frau des Schuldknechts, der für seine Schulden in den Kerker gehen sollte. Der arme Nachbar bettelte vergebens – so wie auch heute viele Hilferufe ungehört bleiben, während Jedermann prahlerisch und kaltherzig mit seinem Geld die Dinge kauft, die eigentlich kein Mensch braucht.

“Jedermann” geht unter die Haut

Für mich war es ein tief greifendes Erlebnis. Der Jedermann berührt die Menschen und macht nachdenklich. Weder Jedermanns sonst so treuer Knecht, seine Freunde noch sein Geld wollen ihn ins Grab begleiten. Sich wieder zum Christentum bekennend kann er als reuiger Bekehrter ins Grab steigen.

Herbert Köfer, der den armen Nachbarn spielt, war mit seinen 97 Jahren offiziell der älteste aktive Schauspieler der Welt. Die Rolle der Buhlschaft übernahm Larissa Marolt. Sie zeigte sich ganz schön sexy und hat die Rolle toll umgesetzt. Lange wartete man auf den Teufel, gespielt von Wolfgang Bahro.
Björn O. Wiede spielte die Orgel.

Mein Fazit

Das Ensemble spielte großartig. Von mir gab es ganz viel Applaus. Bei Nicolai Tegeler bedanke ich mich für die gute Zusammenarbeit mit unserer Contentredaktion! Ich freue mich auf die nächste Spielzeit im Oktober 2019. Diesmal sind neu dabei: Natalie O’Hara, Ralph Morgenstern und Georgette Dee.