Meine gottverlassene Aufdringlichkeit

Sie hat einen Uni-Abschluss und steht dennoch für das moderne Prekariat: Überdurchschnittlich ausgebildet, unterdurchschnittlich bezahlt und orientierungslos. In einer schlaflosen Nacht, beim Schreiben ermüdender PR-Texte, sinniert eine junge Frau über ihr Leben. Erstaunlich humorvoll, denn es scheint alles schiefgeflaufen zu sein:Trotz Studium keine Festanstellung, trotz Attraktivität keinen Lebenspartner, ab Mitte des Monats das Konto fast immer leer. Sie ist eine junge Frau in einem Deutschland, dessen wirtschaftliche Ausrichtung die Bundeskanzlerin vor einiger Zeit mit „marktkonformer Demokratie“ umschrieben hat.

Was sind tatsächliche Werte in einer schnelllebigen, auf wachsenden Wohlstand, technologischen Fortschritt und globaldigitaler Kommunikation ausgerichteten Welt? Welche Lebensentscheidungen sind richtig oder falsch, wenn man sich mit veralteten Moralvorstellungen auseinandersetzen muss? Was sind heutzutage die tatsächlichen Kosten von Selbstbestimmung und Freiheit?