Italien in Potsdam: Architektur & Kunst

Der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. war fasziniert von Italien. Von seiner ersten Italien-Reise aus schrieb er 1828 von Mailand an seine Ehefrau: „Alle Augenblicke fielen mir Ähnlichkeiten mit der Potsdammer Gegend auf – nur was dort Brauhaus Berg & Consorten sind, vertritt hier das Sabiner & Latiner Gebirge. Je weiter wir kamen je öder & unfruchtbarer wurde das Land – dasselbe Land, das mit Villen, Tempeln, Ortschaften, Kirchen & Prachtbauten aller Gattung so bedeckt war, […].“

Statue von Friedrich Wilhelm IV. vor dem Orangerieschloss

Friedrich Wilhelm V. bereiste Italien mehrfach und brachte viele Inspirationen nach Potsdam

Potsdam kannte viele Italienliebhaber

Die Italiensehnsucht des Königs ist allgegenwärtig in den Parks und Gärten der Stadt und anderenorts.
Man muss sich das so vorstellen: zwei königliche Chefitaliener flankiert von einem guten Duzend preußischer Borrominis und Berninis, die natürlich anders heißen, etwa Knobelsdorff, Gontard und Unger oder Schinkel, Persius und Stüler. Es geht um die Stein und Kunst gewordenen Zeugnisse der Gemütskrankheit namens Italophilie.

Italienische Baukunst im preußischen Arkadien

Die Protagonisten des Italienprojekts sind Friedrich der Große – Franzose im Geist, Italiener in seiner unerfüllten Sehnsucht – und Friedrich Wilhelm IV, der zweimal, 1828 und 1835, als Kronprinz Italien besucht hatte und dort Inspiration in der italienischen Kultur, Landschaft und Architektur fand. Und so finden wir heute im „Preußischen Arkadien“ in ganz besonderer Dichte Bau- und Kunstwerke im Stil der römischen Antike, frühchristlich-italienischer Kunst und der Renaissance bis hin zum Barock in seiner römischen Ausprägung.

Rom zu Gast in Potsdam

Kunstwerke barocker Meister sind zu Gast im Museum Barberini

Museum Barberini, Foto: PMSG André Stiebitz

Und nun kommt Rom und mit Rom ganz Italien noch einmal nach Potsdam. Der Anlass: das Museum Barberini zeigt ab Mitte Juli die Ausstellung „Wege des Barock. Die Nationalgalerien Barberini Corsini in Rom“ mit 54 Meisterwerken aus den Sammlungen der Nationalgalerien Barberini und Corsini in Rom, darunter das berühmte Werk Narziss von Caravaggio, das als Leitmotiv für das Projekt steht.

Nicht weniger Spektakuläres hat die Bildergalerie im Park von Sanssouci mit Caravaggios „ungläubigen Thomas“ zu bieten, einem Mysterium von Werk mit einer unglaublichen Dichte und Intensität. Und was lag nun näher, als die Verbindungen zweier Meisterwerke auch weiter zu fassen und Spuren und Einflüsse aus dem italienischen Kulturraum in Potsdam zum Jahresthema zu machen?

Viele Akteure haben sich zusammengefunden, um ein ganzjähriges italienisches Feuerwerk zu zünden.

Autor: Dr. Heinz Buri
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / Marketingdirektor