Dampfmaschinenhaus (Moschee)

  • © Dampfmaschinenhaus (Moschee) © SPSG / Foto: Wolfgang Pfauder

Eine Moschee mit Minarett besitzt Potsdam schon seit 1841. Friedrich Wilhelm IV., der „Romantiker auf dem Thron“, ließ das innen und außen reich verzierte Bauwerk an der Neustädter Havelbucht nach einem maurischen Vorbild in Córdoba durch den Architekten Persius errichten. Das Bauwerk war zu seiner Erbauungszeit das höchste Bauwerk in der Gegend und hervorragend von der Terrasse des Schloss Sanssouci zu sehen.
Dieses bewußt exotische Bauwerk war jedoch nie als ein Gebetshaus gedacht, sondern beherbergte eine technische Raffinesse: Die zu jener Zeit stärkste Dampfmaschine. Diese wurde von August Borsig gebaut und leistete 81,4 PS, mit deren Hilfe das Wasser aus der Havel auf den Ruinenberg gepumpt wurde. Von dort konnten die Wasserspiele und die Hauptfontäne vor Schloss Sanssocui gespeist werden, die mittels der Dampfkraft eine Höhe von 38 Meter erreichte. Diese Leistung erträumte sich schon Friedrich II., ohne zu seinen Lebzeiten ein überzeugendes Ergebnis zu Gesicht zu bekommen.
Man war sehr stolz auf die Leistung dieser Dampfmaschine, die auch gerne  Staatsgästen vorgeführt wurde und mit der man sich bewußt von den weltweit führenden Engländern absetzen wollte.
Die historische Dampfmaschine blieb erhalten und kann heute im Passivbetrieb im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Aufgabe der Dampfmaschine wird heute durch Elektropumpen erfüllt, die ebenfalls in dem historischen Gebäude untergebracht sind.Das Dampfmaschinenhaus ist derzeit für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen. Eine Innenbesichtigung ist nur auf Anfrage für Gruppen möglich.