Französische Kirche

  • © Französische Kirche in Potsdam, Foto: Yvonne Schmiele
Nach dem 1685 vom Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, erlassenen „Edikt von Potsdam“, das den in Frankreich wegen ihrer Religion verfolgten Hugenotten die Zuwanderung nach Brandenburg gestattete, trafen am 10. Januar 1686 die ersten Flüchtlinge in Potsdam ein. Knapp 70 Jahre später war die Gemeinde so gewachsen, dass man 1752 beschloss, eine eigene Kirche, den „Temple de Potsdam“, zu errichten – am südlichen Rand des „Großen Bassin“ (heutiger Bassinplatz) und in unmittelbarer Nähe zum bereits bestehenden „Französischen Quartier“. Friedrich II. beauftragte die beiden bedeutendsten preußischen Baumeister, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Jan Bouman, mit dem Bau.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche kaum beschädigt, was sie heute zur ältesten erhaltenen Kirche im historischen Stadtkern Potsdams macht.
Der Innenraum des Sakralbaus ist sehr schlicht gehalten. Der Entwurf des ovalen Gotteshauses mit den hohen klaren Fenstern geht auf Knobelsdorff zurück und orientiert sich am Pantheon in Rom. Die Eingangsfront ziert ein toskanischer Giebelportikus mit Plastiken der Brüder Friedrich Christian und Carl Philipp Glume. Im 19. Jahrhundert wurde Karl Friedrich Schinkel mit der Neugestaltung des Interieurs betraut. Die steinimitierende Wirkung der hölzernen Ausstattung schenkt dem Raum bis heute seine zurückhaltende Festlichkeit. Die gute Akustik kommt der historischen Orgel von Johann Wilhelm Grüneberg aus dem Jahr 1783 zugute.