Villenkolonie Neubabelsberg

  • © Griebnitzsee, Foto: PMSG/ André Stiebitz
  • © Landhaus Gugenheim, Foto: PMSG/ André Stiebitz
  • © Bahnhof Griebnitzsee, Foto: PMSG/ André Stiebitz
  • © Villa Erlenkamp, Foto: PMSG/ André Stiebitz
  • © Villa Lademann, Foto: PMSG/ André Stiebitz
  • © Villa Urbig von Mies von der Rohe, Foto: PMSG/ André Stiebitz
  • © Villa und "Jerks"-Drehort, Foto: PMSG/ André Stiebitz
Wo vorher Wald und Maulbeerplantagen für die königlichen Seidenraupen zu finden waren, planten die Königlichen Bauräte die Villenkolonie Neubabelsberg. Wer hier am südlichen Ufer des Griebnitzsees eine Villa besaß, verfügte zumeist über Rang und Namen. Die Nähe zu den Filmstudios machte die Villenkolonie in späteren Jahren auch für Filmschaffende attraktiv.

Im nahe gelegenen Schloss Babelsberg verbrachtete der erste Deutsche Kaiser, Wilhelm I. seine Sommer. Die Parkanlagen des Schlosses reichten bis an die Villenkolonie Neubabelsberg. Seinen Nachbarn am Griebnitzsee diktierte Wilhelm I., sie sollten die Häuser “Zur Straßenseite nicht zu protzig” bauen, um das Volk nicht in Unmut zu bringen. So kommt es, dass viele Villen erst an der Uferseite ihre ganze Schönheit offenbaren.

Wie Schmuckstücke reihen sich die Villen des Griebnitzsees aneinander – Schätze aus der Kaiserzeit, die heute wieder glänzen. Allein auf Grund der architektonischen Meisterwerke lohnt sich ein Besuch. Im Jahr 1907 realisierte der Aachener Maria Ludwig Michael Mies in der Villenkolonie Neubabelsberg sein erstes Projekt im Auftrag des Philosophen Alois Riehl. Mit 21 Jahren entwarf er das „Haus Riehl“, das in der Spitzweggasse zu finden ist. Später führte der Architekt zu dem Nachnamen seines Vaters auch den seiner Mutter und ging unter dem Namen Ludwig Mies van der Rohe als Direktor des Bauhaus in die Geschichte ein. Weitere von ihm entworfene Bauwerke in der Villenkolonie sind die Villa Urbig und die Villa Mosler.

Weitere Villen, die Geschichte erzählen:

  • Villa Lademann: Sie diente als Gästehaus für Stars der Ufa wie Hans Albers, Heinz Rühmann und wohl auch Marlene Dietrich.
  • Landhaus Gugenheim: In dem von Hans Muthesius entworfenen, roten Backsteinhaus lebte einst der jüdische Seidenfabrikant Hans Gugenheim. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte die Familie. 1938 erwarb die Schauspielerin Brigitte Horney das Haus. Sie bot Erich Kästner Unterschlupf, der hier unter dem Psyeudonym Berthold Bürger das Drehbuch für den Ufa-Streifen „Münchhausen“ mit Hans Albers in der Hauptrolle schreiben sollte.
  • Villa Erlenkamp: Während der Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof war hier Henry Truman untergebracht. In seiner Villa soll er den Entschluss über den Abwurf der Atombomben über Nagasaki und Hiroshima gefasst haben.
  • u.v.m.